Kühlenfels

- 352 Einwohner (Stand Dez. 2024)
- ehem. selbständige Gemeinde
- Entfernung von Pottenstein Stadt 6,1 Kilometer
Kühlenfels ist eines der größten Dörfer des Gemeindegebietes. Der Ortsname ist in seiner jetzigen Form erst seit dem 15. Jahrhundert gebräuchlich. Aus den früheren Bezeichnungen „Kulmelins“ oder „Chulmleins“ wird deutlich, dass es sich hier um einen ursprünglich slawischen Ortsnamen handelt. Das Grundwort „Kulm“, ein Lehnwort aus dem Slawischen, bedeutet so viel wie „Hügel“. Kühlenfels könnte also mit „Zum kleinen Kulm“ übersetzt werden.
Urkundlich erwähnt wird Kühlenfels erstmals 1340. Zu dieser Zeit dürfte das Geschlecht der Meticher oder Mecher den Ort als freies Eigen besessen haben. Um 1400 erhielt Eberhard Mecher Kühlenfels als Bamberger Lehen. Zu dieser Zeit existierte bereits eine kleine Burg, eine "Behausung" im Dorf.
Auch eine Kirche ist seit 1340 nachweisbar. 1512 verkaufte der letzte Mecher seine Güter an derer von Rabenstein. 1520 entzog Bischof Georg III. den Rabensteinern alle Lehen wegen Landfriedensbruchs, welche er jedoch ein Jahr später wieder zurückerhielt.
1563 musste Kühlenfels an den Gläubiger von Guttenberg verkauft werden, welcher versuchte, das heruntergewirtschaftete Gut zu sanieren. Er begann mit dem Bau einer Mühle, stieß aber auf erbitterten Widerstand der Pottensteiner, die selbst sieben Mühlen besaßen und die Konkurrenz fürchteten. Der Bischof Veit II. von Bamberg vermittelte, in dem er Guttenberg die Mühle bauen ließ, dieser jedoch nur für sich und die Bewohner des Gutes mahlen lassen durfte. Der nächste Streit entbrannte, als Guttenberg sich daranmachte, ein Brauhaus zu bauen. Nachrichten über das Schicksal während des 30-jährigen Krieges sind spärlich. Nach dem Erlöschen des Geschlechts derer von Guttenberg (1842) kaufte die westfälische Familie von Druffel das Gut, welches in deren Besitz verblieb, bis diese 1937 ausstarb.
Die heutigen Besitzer, die Familie Belz ließ das Schloss Kühlenfels nach dem Kauf aufwendig renovieren. Damals wie heute gelten die "Külmeser" (Kühlenfelser) als ein gut aufgelegtes, lustiges Völkchen, was auch dadurch belegt wird, dass sich zehn Vereine im Dorf tummeln.
Darüber hinaus ist Kühlenfels für seine besondere Kirchweih bekannt, die „Schoofmelker – Kerwa“. Drei bis vier Festzelte im Jahr sind keine Seltenheit und zeugen von der Geselligkeit der Dorfbewohner.
Aus touristischer Sicht ist das Kühlenfelser Schloss, die Lindenallee und der Andachtsweg hinab ins Klumpertal bedeutend. Das Klumpertal war einst der zum Schloss gehörige Landschafts-(Felsen)garten.
Sagenhaft - das feurige Männlein
In Kühlenfels lebte vor langer Zeit ein alter Schmied. Der war ein alter „Wirtshaushocker“. Besonders gerne suchte er die Bierschenke zu Kirchenbirkig auf. Gar oft wankte er von dort spät abends, mit einem Räuschlein beladen, den heimatlichen Penaten zu. Einmal, als er die Geländesenke zwischen den zwei Ortschaften erreicht hatte, fand er sich nicht mehr zurecht. Es war stockfinster geworden. Wirklich rabenschwarze Nacht. Zum „Verlaufen“ wie geschaffen. Besonders wenn man´s im „oberen Stübchen“ sitzen hatte! Da ward es plötzlich hell um den Verirrten. Ein funkelndes Männlein stand vor ihm und sagte, es wolle ihn heimbegleiten.
Des war der Schmied zufrieden. An der Haustüre angekommen, langte er in die Tasche und gab dem wegkundigen, gefälligen Führer als Entlohnung einen Pfennig. Der steckte ihn still zu sich und ging betrübt davon. Dies wiederholte sich noch öfter. Einmal aber suchte der Schmied in allen seinen Taschen vergeblich nach dem Pfennig. Er hatte seine Barschaft „bis auf den letzten Knopf“ in der Schenke sitzen lassen. Da meinte er entschuldigend: „Heute habe ich keine Münze. So sage ich halt für diesmal „Vergelt´s Gott!“ Da tat das feurige Männlein einen Freudenschrei und verschwand im Augenblick. Es ließ sich seitdem nie mehr sehen. „Eine arme Seele war erlöst.“ Der wackere Schmied aber trug von da an noch manches Räuschlein ohne so billige Begleitung von Kirchenbirkig heim nach Kühlenfels.
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