Tüchersfeld

Tüchersfeld

 

  • 214 Einwohner (Stand Dez. 2019)

  • ehem. selbständige Gemeinde

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 4,5 Kilometer

 

TüchersfeldOrtsnamenkundlich gehört Tüchersfeld zu den „-feld-Orten“, deren Entstehung bis in das 8./9. Jahrhundert zurückreicht. Es ist die älteste Ansiedling in der Großgemeinde Pottenstein. Der erste Namensteil könnte eine Form der Namen „Tugolf“ oder „Tuocher“ sein. Tüchersfeld heißt also „Feld des Tugolf“. Der Ort wird 1243 erstmals genannt. 1262 ist eine Burg erwähnt, die Herzog Ludwig von Bayern 1269 dem Bistum Bamberg übereignete. 1323 gab es zwei Burgen in Tüchersfeld. Die ältere Burg „Oberntüchersfeld“ befand sich auf dem Fahnenstein. Von ihr sind heute kaum noch Spuren vorhanden. Die andere Anlage „Niederntüchersfeld“ erhielt später im Volksmund den Namen „Judenhof“. Um 1323 wurde in Tüchersfeld ein Amt eingerichtet. Die Amtsburg war dabei der später „Schloß“ genannte Teil von Oberntüchersfeld. Der andere Teil, das „Oberhaus“ war bischöfliches Lehen der Groß von Trockau und wurde wahrscheinlich im Husittenkrieg 1430 zerstört. 1442 verpfändete der Bischof von Bamberg Amt und Burg Oberntüchersfeld an Heinrich Gareis, diese kam dann an Hans Wolfskel. Dieser vernachlässigte die Burg, da er mit dem Bistum im Streit lag. Der Zwist wurde 1478 beigelegt, aber der Verfall von Oberntüchersfeld war nicht mehr aufzuhalten. Das Dorf, damals schon zur Fraisch Pottenstein gehörig, kam 1492 an das dortige Amt. Die 1348 erstmals ausdrücklich als „Niederntüchersfeld“ erwähnte Burg war von 1329 bis 1959 fast ununterbrochen im Besitz verschiedener Zweige der Familie Groß, die bald auch den größten Teil des Dorfes und seiner Umgebung an sich brachte. 1525 wurde Niederntüchersfeld von aufständischen Bauern zerstört, jedoch wieder aufgebaut. Das endgültige Ende der Burg brachte der 30-jährige Krieg. Die eigentlichen Burggebäude wurden zerstört, die Nebengebäude blieben erhalten. Um 1700 waren in den noch erhaltenen Gebäuden der Unteren Burg Juden ansässig. 1755 leben in den ausgebauten Ruinen 44 Juden. 1758 brannte die Anlage ab und wurde dann in der heute noch erhaltenen Form aufgebaut.

 

Seit 1985 ist dort das Fränkische Schweiz Museum untergebracht. Tüchersfeld hat eine Katholische Filialkirche Herz Jesu. Diese wurde 1950/51 aufgrund einer Stiftung errichtet, mit dem Turm ist sie an ein Gebäude angebaut.

Heute ist Tüchersfeld der typisch fränkische „Vorzeige-Ort“ mit seinen markanten Felsen und der Lage der Fachwerkhäuser, die teilweise an die Felsen geklebt zu sein scheinen.

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